Die Wulff-Affäre

Zu Beginn der aktuellen Diskussionen über den Bundespräsidenten Wulff stand ein Gerücht. Es wurde behauptet, dass Carsten Maschmeyer Geld für sein Privathaus zur Verfügung gestellt hatte. Nachdem die Medien sich Einsicht in das Grundbuch erklagt hatten, stellte sich lediglich heraus, dass hier eine so genannte Eigentümerschuld eingetragen, also kein Kreditinstitut beteiligt war. Nun war das öffentliche Interesse geweckt und die Bild verlangte Auskünfte über die Geldherkunft. So kam der sehr günstige Privatkredit mit Frau Edith Geerkes ans Licht.

Mit dem Bericht in der Bild am 13.12.2011 wurde der Stein ins Rollen gebracht. Die Frage nach einer solchen Geschäftsbeziehung hatte Wulff im Februar 2010 noch verneint. Nun kamen erste Stimmen auf, dass Wulff gegen das Ministergesetz verstoßen hat, da man solch einen Privatkredit als Belohnung oder Geschenk definieren könnte. Solch einen Vorteil darf man laut Gesetz als Ministerpräsident nicht annehmen. Hinzu kommt, dass Herr Geerkens Herrn Wulff damals zu einigen Auslandsreisen begleiten durfte. Ebenso wurde auch Wulff von der Familien Geerkes zu mehreren Urlauben eingeladen. Des Weiteren wurde Verdacht geschöpft. dass Wulff durch die Familie Geerkes in Kontakt mit der BW Bank kam, bei der er ein günstiges Darlehen aufnahm, mit welchem der Privatkredit abgelöst wurde. Dieses Geschäft soll ihm laut Experten einen Vorteil von 107.800 € verschafft haben. Allerdings scheint es nicht ganz klar zu sein, ob dieser Kredit wirklich durch Geerkes zu Stande kam oder Wulff seine entstandenen Kontakte durch seine führende Rolle als Koordinator der Reform der Landesbanken im Jahr 2007 hierzu nutzte.

Anfang Januar wurde die nächste Schlagzeite veröffentlicht. Wulff habe angeblich bei der Bild angerufen und mit einer Anzeige gedroht, wenn ein Artikel über seine Kreditaffäre veröffentlicht wird. Hierauf folgte dann eine Diskussion, ob dies nun ein Verstoß gegen die im Grundgesetz verankerte Pressefreiheit war, oder nicht.
Kurz darauf stellte sich Wulff einem Interview, in dem er zugab, Fehler gemacht zu haben. Allerdings habe er den Bildartikel nicht verhindern, sondern nur aufschieben wollen. Die Bild blieb allerdings bei ihrer Version und widersprach dieser Aussage. Die Forderungen, Wulff solle von seinem Amt zurücktreten, wurden immer lauter. Die Bundeskanzlerin Merkel steht allerdings nach wie vor hinter ihm.

Ein Gedanke zu “Die Wulff-Affäre

  1. “Anfang Januar wurde die nächste Schlagzeite veröffentlicht. Wulff habe angeblich bei der Bild angerufen und mit einer Anzeige gedroht, [..]”

    Ich glaube in dem Fall ist es ganz angebracht auf das “angeblich” zu verzichten. Wulff hat sich so gründlich demontiert, dass man ihn ruhig Lügner nennen kann ohne etwas befürchten zu müssen.

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