Alles Leid der Welt

Solange wir als Menschen es nicht lassen können, durch unser Handeln oder Unterlassen neues Leid auf die Welt zu bringen, wird das Leid die Welt und uns auch nicht verlassen.

Wie wir mit unsereins umgehen

Wir töten, ermorden, vergewaltigen, misshandeln, mobben und bestehlen Erwachsene, Kinder, unsere Schutzbefohlenen und die, die uns vertrauen.

Aus Profitgier beschädigen wir die Gesundheit anderer und verbrauchen wertvolle Ressourcen an Nahrung, Wasser und Energie so, dass unsere Mitmenschen davon nicht mehr genug für sich selbst übrig haben und Nahrung, Wasser, Wärme und Energie nicht mehr für alle Menschen vorhanden und bezahlbar ist.

Wir machen Medikamente und ärztliche Leistung unbezahlbar und Gesundheit damit zum wertvollen Gut für Reiche.

Die vorhandenen Arbeitsplätze werden immer rarer, und wer Arbeit hat, muss sie vor den Arbeitslosen verteidigen. Doch die wenigen, die Arbeit haben, können die Soziallast nicht mehr stemmen. Es sei kein Geld da? Nein, das ist nicht wahr. Geld ist immer da, es ist nur die Frage, wo es ist und was damit gemacht wird. Spekulation auf Nahrungsmittel, dubiose Geschäfte zur Geldvermehrung, die an einer anderen Stelle wie bei jedem Geschäft immer dazu führen, dass auch irgend jemand dafür die Zeche zahlen muss, der sich nicht wehren kann und keine Lobby hat.

Wir setzen nicht mehr auf reale Beziehung, sondern pflegen unsere sogenannten Freundschaften virtuell im Internet. Der Computer, einst ein reines Arbeitsmittel, bestimmt unser Leben. Unsere Informationen und unsere Meinung bilden wir uns aufgrund Medienberichten, doch wer diese gesteuert hat und welche Interessen hinter der jeweiligen Berichterstattung liegen, können wir schon lange nicht mehr erkennen. Die Politiker möchten uns lieber dumm und ungebildet, als zu kritisch und misstrauisch. Der mündige Bürger, der seine Rechte wahrnimmt und sich nicht für dumm verkaufen lässt, ist in dieser Kaste nicht beliebt. Wir sehen zu, wir unsere Leistung durch Wirtschafts- und Industriespionage entwertet und unser Wissen abgezogen wird. Wir glauben, wir brauchen alle anderen Länder, um unseren Profit zu erhalten oder zu steigern, um dorthin zu exportieren. Doch einige dieser Länder werden uns dies mit anderer Münze zurückzahlen. Sie benötigen nur unser Know-how und unsere Technik so lange, bis sie den technischen Vorsprung ausgeglichen haben, dann werden sie uns diktieren, so wie wir vorher versucht haben, sie zu diktieren.

Wie wir mit Tieren umgehen

Nicht nur wir sind Kinder der Erde. Wir sind Menschen und manche denken, wir wären deshalb nicht mit Tieren auf einer Stufe. Wie auch immer man das betrachten will, eins ist klar, sollten wir auf einer „höheren Stufe“ stehen, was hier ausdrücklich bestritten wird, so haben wir auch eine höhere Verpflichtung und Verantwortung. Tiere empfinden Freude und Leid wie wir, sie wollen leben wie wir, und sie haben Angst wie wir.

Aber wir halten die Tiere töten sie, um sie zu essen, auf bestialische und widerwärtige Weise, weil es so für uns am billigsten und wirtschaftlichen ist.

Obwohl es bessere Wege gibt, als Tiere mit kalter Strategie in ihrer Not allein zu lassen und auf dem Schlachthof bestialisch abzuschlachten, machen wir gerade so weiter. Ein Leuchtturm hier ist z.B. der Landwirt , der es nach langem Kampf endlich erreicht hat, seine Tiere auf der grünen Wiese direkt durch einen unvorhersehbaren wohlgesetzten Schuss töten zu dürfen, und ihnen so unnötige Angst ersparen kann.

All das Leid, das jeden Tag in diesen Schlachthöfen von uns produziert wird, all die Qual und die Angst wird uns nie mehr verlassen. Sie bleibt auf der Welt und bestimmt unser Schicksal. Irgendwann trifft sie wieder auf uns. Die Haltung der Tiere, Kälber, die ihr ganzes Leben bis zur frühen Schlachtung in einem von der EU-genehmigten Minimalverschlag in Einzelhaft leben, wo sie sich kaum regen können. All die Hühner, Puten, Schweine …

Horst Stern, ein bekannter Tierschützer und einer der ersten, welcher mit Filmen versuchte, auf die Leiden der Tiere auf Tiertransportern hinzuweisen, wurde darüber selbst fast wahnsinnig und tieftraurig.

Wir kämpfen einen vermeintlich ehrenvollen, in Wahrheit aber unfairen Pseudokampf mit Stieren in der Arena, Stieren, die niemals gewinnen können und die ihr Leben in jedem Fall dahingeben müssen, wenn sie wieder aus der Arena kommen. Stieren, die so qualvoll ermüdet und entkräftet werden, die nicht verstehen, was mit ihnen passiert, aber die spüren, dass man ihnen ihr Leben nehmen wird.

Wir quälen Tiere bei der Zucht, der Haltung, im Sport, weil einzelne von uns Lust am Quälen empfinden, wir essen und vernichten sie ohne Not. Kein Tier möchte, wenn es die Wahl hat, aus eigenem Interesse und Spass sportliche Erfolge erzielen und so seinem Besitzer zu Ruhm, Geld und Ehre verhelfen. Kein Tier wurde gefragt, ob es einen Besitzer haben will und in Wahrheit gibt es dieses von uns Menschen behauptete Recht auch nicht. Bringt das Tier nicht den Erfolg, wird es bestialisch gequält und getötet, wie z.B. die Hunde, die nicht schnell genug im Rennen sind, in manchen Ländern von ihren meist männlichen Besitzern (wen wunderts?) auf aufgehängt werden, dass sie sich langsam zu Tode strangulieren oder auf einer heißen Platte stehen und sich langsam die Pfoten verbrennen, bis sie am Strang ersticken, weil sie sich nicht mehr tanzend auf zwei Pfoten halten können. Oder die Hunde, denen ein Pflock so unentfernbar ins Maul gerammt wird, dass es offen stehen bleibt und die Tiere verhungern und verdursten. All die Panik, Angst, all der Schmerz und das Unbegreifliche, das diesen Lebewesen widerfährt und widerfahren ist, bleiben ewig als Leid auf dieser Welt.

Wie wir mit der Umwelt umgehen

Wir zerstören die Umgebung und die Natur durch unseren immensen Platzbedarf, durch unsere Technik, unsere Chemie, unsere Gifte. Wir verpesten die Luft, verunreinigen die Böden und das Grundwasser. Pflanzen und Tierarten verschwinden. Was nicht verschwindet wird von uns, ohne dass wir das Ausmaß und die Konsequenzen wirklich übersehen können, gentechnisch verändert und vermeintlich optimiert. Wir betreiben Raubbau an der Natur und den Lebewesen, indem wir radioaktive Stoffe im Tagebau abbauen und die ganze Umgebung verstrahlt wird. Die Menschen dort zählen natürlich nicht, sie sterben eben. Wir reden noch nicht von den Atomubooten in den Nordmeeren mit ihrem vernichtenden Inhalt, der Verschmutzung der Meere durch Öl, Chemikalien und Plastik. Der Verschmutzung der Umwelt durch Licht (wo es nicht hingehört), Strahlung und Lärm über und unter Wasser. Über Fukushima und Tschernobyl wollen wir gar nicht erst reden.

Wir zerstören die Böden und damit die Nahrungsquelle von Tieren und Menschen durch Dünger, die Gifte und radioaktive Substanzen enthalten. Durch Monokulturen finden die Tiere keine Lebensräume mehr und die natürlichen Wiesen gehen verloren. Geht man heute über die Felder, finden sich nur noch fette grüne Wiesen ohne Blumen und Kräuter. Das gesunde Gras und Heu findet man nur noch dort, wo kein Anbau in dieser Form betrieben wird, also auf den Almen und in den Bergen. Wir müssen es teuer ordern, wenn wir nicht wollen, dass Vieh und Pferde an dem eiweißreichen Gras erkrankt.

Bienenvölker, die die Grundlage für die Befruchtung der Blüten sind und damit auch in unserer Nahrungskette eine wesentliche Rolle spielen, sterben an Krankheiten beinahe aus. Hühner und Vieh muss aufgrund der praktizierten Massentierhaltung mit Medikamenten und Antibiotika behandelt werden. Wir finden das alles in dem Wasser, unserer Lebensgrundlage auf der Erde, über kurz oder lang wieder. Babywindeln und Plastik ein Fluch unserer Industriegesellschaft, werden uns in ihrer stofflichen Form auf der Erde auf Dauer erhalten bleiben oder bei Ihrer Verbrennung weitere Giftstoffe freisetzen.

Der Ruf von Solarenergie und Biogas, eigentlich zwei grundsätzlich guten und umweltfreundlichen Ansätzen, bekommt Risse. Die Solarmodule bestehen aus umweltschädlichen Materialien, niemand weiß heute, wie sich Haltbarkeit und Wirkungsgrad wirklich entwickeln werden. Für Biogas werden wertvolle Ackerflächen mit unnötigen Pflanzen für die Biogasproduktion in Monokultur bepflanzt.

Wenn wir nicht begreifen und die Ursachen für all das, die wir selbst täglich neu setzen, ändern, wird das Leid uns überrollen.

Es gibt noch Licht in dieser Welt, die immer stärker ins Dunkel stürzt. Licht von Menschen, die gerade stehen, ihre Position vertreten, sich einsetzen, auch ohne Profit. Die, falls sie zu den wenigen wirklich verantwortungsvollen Reichen gehören, wissen, dass Reichtum verpflichtet und sich entsprechend mit Spenden einbringen, um die Welt ein bisschen besser zu machen. Solche, die die Idee der Tafeln für Menschen und Tiere hatten, der Kleiderkammern, der kostenlosen Ärzteversorgung für Arme.

Einzelne Leuchttürme mit einem warmen Strahlen der Nächstenliebe und Verantwortung. Vorposten, die die Welt gegen vor sich selbst schützen und verteidigen. Jeder von uns muss in sich einen solchen Leuchtturm anzünden.

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